N. 4 - Die Wirtschaft der Autonomen Provinzen Trient und Bozen (versione in tedesco)

Economie regionali

Jahresbericht

Giugno 2026
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Der makroökonomische Rahmen.

Im Jahr 2025 verzeichnete die Wirtschaft der autonomen Provinzen Trient und Bozen weiterhin ein langsames Wachstum. Nach dem von der Banca d'Italia errechneten Quartalsindex der regionalen Wirtschaft (ITER) stieg das BIP zu realen Werten im Trentino um 0,5 Prozent, im Einklang mit dem nationalen Wert, während es in Südtirol um 0,6 Prozent zunahm. Die Entwicklung der Wirtschaftstätigkeit profitierte von der Wiederbelebung der Investitionen und dem moderaten Anstieg der Konsumausgaben, trotz der anhaltenden geopolitischen und handelspolitischen Spannungen, die sich in einer schwachen Auslandsnachfrage sowie in einer vorsichtigen Haltung von Unternehmen und privaten Haushalten niederschlugen. Der Ausbruch des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran führte in den letzten Monaten zu einer Verschlechterung der Aussichten für das laufende Jahr.

Die Unternehmen.

Im Jahr 2025 blieb die Tätigkeit der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes schwach. Im Trentino wurde ein leichter Rückgang der Erlöse verzeichnet, während in Südtirol der Saldo zwischen Unternehmen mit steigenden und Unternehmen mit sinkenden Umsätzen positiv blieb. Die Exporte litten weiterhin unter der Konjunkturschwäche auf den deutschsprachigen europäischen Absatzmärkten: In realen Werten gingen die Auslandsverkäufe sowohl in der Provinz Bozen als auch - in stärkerem Ausmaß - in der Provinz Trient zurück.

Die Bautätigkeit verzeichnete ein moderates Wachstum, gestützt durch den Fortschritt der öffentlichen Bauvorhaben im Zusammenhang mit dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) sowie mit den Infrastrukturen für die Olympischen Winterspiele. Das Hotel- und Gaststättengewerbe expandierte weiter und profitierte dabei vom anhaltenden Wachstum der touristischen Nachfrage. Die Dienstleistungen für Unternehmen verzeichneten eine besonders günstige Umsatzentwicklung. Auch die Landwirtschaft entwickelte sich positiv, mit einer gestiegenen Produktion von Äpfeln und Keltertrauben.

2025 stiegen die Investitionen der Industrie- und Dienstleistungsbetriebe leicht an, wobei die Entwicklung bei den Industrieunternehmen, insbesondere in Südtirol, günstiger ausfiel. Vor dem Hintergrund größerer Unsicherheit und verschlechterter Nachfrageerwartungen deuten die Prognosen für 2026 jedoch auf einen Rückgang der Investitionstätigkeiten hin.

Die Ertragslage der Unternehmen verringerte sich leicht, blieb jedoch nach Einschätzung der großen Mehrheit der Wirtschaftsakteure zufriedenstellend. Die bei den Banken gehaltene Liquidität nahm weiter zu. Mit der steigenden Kreditnachfrage, begünstigt durch die Senkung der Zinssätze, schwächte sich der Rückgang der Ausleihungen an die Trentiner Unternehmen ab und die Kreditvergabe an die Südtiroler Unternehmen erholte sich.

Der Arbeitsmarkt und die privaten Haushalte.

Der Arbeitsmarkt wies im Jahr 2025 weiterhin günstige Bedingungen auf. Die Beschäftigung nahm in der Provinz Trient zu und blieb in der Provinz Bozen weitgehend stabil; sie bestätigte damit ihr historisch hohes Niveau. Der Anteil der Arbeitnehmer stieg, während der Anteil der Selbständigen rückläufig war. Die Arbeitslosenquote verringerte sich weiter und erreichte im nationalen Vergleich besonders niedrige Werte.

Die Entwicklung der Nominallöhne stützte das Wachstum der Einkommen der privaten Haushalte. In realen Werten erhöhte sich das verfügbare Einkommen trotz des Anstiegs der Inflation weiterhin moderat. Die Konsumausgaben verzeichneten einen mäßigen Zuwachs, in einem nach wie vor von hoher Unsicherheit geprägten Umfeld. Die Bankeinlagen und die Finanzanlagen nahmen weiter zu. Die Ausleihungen an private Haushalte erhöhten sich, insbesondere im Trentino; zu dieser Entwicklung trugen vor allem die Darlehen für den Erwerb von Wohnungseigentum bei.

Der Kreditmarkt.

Im Jahr 2025 zeigte die Kreditvergabe an den nichtfinanziellen Privatsektor unterschiedliche Entwicklungen in den beiden Provinzen und bei den verschiedenen Arten von Kreditinstituten. Im Trentino kam der Rückgang der Ausleihungen nahezu zum Stillstand und spiegelte damit die Zunahme der Kreditvergabe der Banken mit Geschäftssitz außerhalb der Region wider, der eine rückläufige Entwicklung bei den Lokalbanken gegenüberstand. In Südtirol nahm die Kreditvergabe wieder zu und wurde in stärkerem Maße von den Lokalbanken getragen.

Die Bankeinlagen von Unternehmen und privaten Haushalten wuchsen erneut in beiden Provinzen, angetrieben überwiegend von den lokalen Banken, die weiterhin den größten Marktanteil halten.

Die Kreditqualität blieb insgesamt gut: Der Anteil neuer notleidender Kredite hielt seinen niedrigen Stand und lag weiterhin unter dem gesamtitalienischen Durchschnitt; ihr Anteil an den Gesamtfinanzierungen verringerte sich weiter.

Das dezentralisierte öffentliche Finanzwesen.

Die Primärausgaben der Gebietskörperschaften beider Provinzen setzten in der Summe ihr Wachstum fort. Der Anstieg war sowohl auf die Ausgaben auf Kapitalkonto zurückzuführen, die von den Brutto-Anlageinvestitionen getragen wurden, als auch auf die laufenden Ausgaben, auf welche sich die Rückerstattung der für den Covid-19-Notstand zu viel erhaltenen Mittel und – insbesondere in der Provinz Bozen - die Personalausgaben im Zusammenhang mit den neuen Tarifverträgen auswirkten. Neben den Projekten im Rahmen des PNRR schritten auch die für die Olympischen Winterspiele 2026 vorgesehenen Infrastrukturen voran. Die laufenden Einnahmen der beiden Provinzen und der Gemeinden nahmen weiter zu, insbesondere in Südtirol, und profitierten auch von der günstigen Konjunkturentwicklung der letzten beiden Jahre.

Geschlechter-, Alters- und Staatsangehörigkeitsunterschiede in der Wirtschaft der autonomen Provinzen.

Die stärkere Integration von Frauen, jungen Menschen und Arbeitskräften aus dem Ausland in den Arbeitsmarkt stellt einen zentralen Hebel dar, um dem Rückgang der Erwerbsbevölkerung entgegenzuwirken und das Wirtschaftswachstum in einem ungünstigen demografischen Umfeld zu stützen.

Auf einem Arbeitsmarkt, auf dem insgesamt bessere Bedingungen herrschen als im nationalen Durchschnitt, bestehen weiterhin Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung, der Vergütung, der Vertragsarten und der Karrierechancen.

Frauen weisen eine geringere Beteiligung am Arbeitsmarkt auf und sind häufiger in Teilzeit beschäftigt, was Auswirkungen auf ihre Karriereaussichten und ihre Einkommensentwicklung hat. Die Lohnunterschiede zu ihren Ungunsten nehmen mit dem Alter tendenziell noch zu. Junge Arbeitnehmer und ausländische Arbeitskräfte weisen weniger stabile Erwerbsbiografien auf und sind vermehrt in Sektoren und Qualifikationen mit geringer Wertschöpfung und niedriger Entlohnung anzutreffen. Ungleichheiten zeigen sich - insbesondere hinsichtlich des Geschlechts und des Alters - auch bei der Neigung zur unternehmerischen Tätigkeit sowie beim Zugang zu Krediten.

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